Was macht sie, wenn nichts los ist?

What to do when there is nothing planned….

Danke für über 18000 mal anklicken! Thank you for reading!

In meiner Heimat stehen die Zeichen auf Sturm! Die 7-Tage Inzidenz hat hier neue Höchstwerte erreicht und ich bin unsagbar traurig, dass es nicht besser wird. Aber auch sehr dankbar, dass wir bisher gesund durch dieses Pandemiejahr gekommen sind. Und damit das so bleibt, halten wir weiterhin die Regeln ein und ich habe mich auf das Fotografieren von Blumen verlegt. Macht auch Spass. Die Mittelalter Events sind ja mal noch in weiter Ferne! Bleibt gesund, Eure Tilia

Still waiting for better days to come when we will be able to go to events, being vaccinated and safe to meet others. Unfortunately in our hometown we are far away from Normal. But! We are healthy, just a little frustrated that statistics are not getting better. As long as necessary we will stay to the rules and hopefully stay safe and sound. And I love to take pictures of the springtime and its flowers at the moment!

Wishing you all the best, yours Tilia

Pulsatilla in Nachbars Vorgarten/at my neighbours‘

Ausblicke – Hoffnung auf bessere Zeiten

2020
english below
obwohl es in diesem Jahr so gut wie keine Veranstaltungen gab, haben wir von unseren Wanderungen berichten und somit doch ein wenig diesen Blog am Leben erhalten können.
2020 für mich?
Ich bin dankbar, dass wir bisher von Corona, Quarantäne und allem was dazu gehört verschont blieben. Ich konnte trotzdem durch Masken nähen, oder durch Basteleien im Freundeskreis anbieten Spenden für mein Herzensprojekt sammeln. Ich habe vor kurzem für immer Abschied von meiner lieben Mutter nehmen müssen. Somit wird im neuen Jahr vieles anders für mich. Ich habe für mich innere Ruhe gefunden. Es hat sich bewahrheitet, dass Gesundheit das Allerwichtigste ist. Im Wandern, im Fotografieren und in der Natur habe ich Erholung gespürt. Ich hatte mir als Jahresziel gesetzt, 1000 km Fahrrad zu fahren. 1800 km sind es geworden! Fotos? Tausende… bis mir meine Kamera wie auch immer das passieren konnte, aus meiner Fahrradtasche fiel. Im neuen Jahr kann ich mit einer neuen weiterknipsen, wir müssen uns aber noch sehr aneinander gewöhnen.
Ich wünsche mir für 2021 : Vernunft, Respekt, Gesundheit, Rücksichtnahme und Gerechtigkeit
Bleibt gesund,
eure Mittelaltertilia
2020
only one event we were able to visit, being together with my husband on hiking and bicycle tours, being healthy without being quarantined, having time to offer help in sewing masks and somehow finding a lot of inner strength throughout this rough time.
Losing my beloved mother in December was so hard, knowing that she did not suffer gives me strength.
My wishes for 2021: Sanity, Justice, Respect, thoughtfulness and Health
Stay safe!
yours Mittelaltertilia

All the best and a happy New Year!

Romantika, Heimbach, 18.09.2020 – Eine romantische Rückkehr ins Marktleben

Die Organisatoren des Piratenabenteuers in Zülpich und so manch anderer Veranstaltung (Winterhoffs Entertainment) hatten für dieses Septemberwochenende zu einem neuen Konzept nach Heimbach in der Eifel eingeladen. Romantika-quer durch die Epochen, vom 18.-20. September 2020. Da das Wetter hervorragend sein sollte, fuhren wir schon am Donnerstag nach Aachen und genossen einen Urlaubstag mit Zoobesuch, Sightseeingtour und Bikepark am Dreiländereck. Es war kein Problem, dies alles zu Coronabedingungen zu gestalten und auch unser Hotel hatte ein gutes Hygienekonzept.

Freitag ging es dann weiter an den Urftstausee, wo Schatz und ich gemeinsam eine 44,6 km lange Radtour fuhren, die uns die Besonderheiten der Umgebung (geschichtlich und in der Natur) näher brachte. In Heimbach angekommen machten wir uns marktbereit, liefen die paar Meter vom Hotel zum Gelände und waren direkt begeistert von der tollen Location. Am Fusse der Burg Hengebach war an der Rur ein kleines, gemütliches Zeltdorf entstanden, mit einbezogen die Musikbühne der Parkanlage. 5 € Eintritt, Eintragen der Kontaktdaten wegen Corona und das Erhalten einer Münze und eines Armbandes waren erforderlich. Bei Verlassen des Marktes musste die Münze abgegeben werden, so dass die Veranstalter immer einen Überblick hatten, wieviel Personen auf dem Markt anwesend waren. Es gab eine Einbahnstraßenregelung und Desinfektionsmittelstationen (auch an den Ständen). Zu den Klängen der Musik der Joyful Kilians gönnten wir uns Bratwurst, Fritten und Reibeplätzchen. Das Konzertgelände war etwas abgetrennt vom Rest, so dass auch da gut der Überblick gehalten werden konnte, wieviele Besucher dort waren. Die Tische und Bänke standen mit viel Abstand und es waren zum Konzert der wundervollen Band Pyrolysis alle verfügbaren Plätze vergeben. Da die Musiker ohne Gage auftraten, wurde eine „Hutsammlung“ durchgeführt und auch Merch verkauft. Es wurde kalt mit der Dunkelheit, aber die jungen Musiker der niederländischen Band spielten viel Wärme in unsere Herzen. Es tat so gut, endlich wieder live dabei zu sein! Zum ersten Mal in diesem Jahr. Leider erscheint ihre neue EP erst Anfang Oktober, daher war sie noch nicht zu kaufen. Aber die Songs spielten sie schon! The Pilgrim ist und bleibt mein absolutes Lieblingslied!

Gaukler Jeremias, Pyrolysis, Burg Hengebach, das Marktgelände vor der Öffnung (daher wenig Leute zu sehen), Joyful Kilians

Auch der Auftritt von Gaukler Jeremy/Jeremias (Michael Courté) war klasse. Es ist einfach wunderbar, wenn Kinder (in diesem Fall ein kleines Mädchen) so herzlich lachen müssen, dass das ganze Publikum mitlacht. Sowas geht einfach nur, wenn man direkt dabei ist! Hier und da gab es noch ein kleines Schwätzchen mit lange nicht gesehenen Marktbekannten und dann ging es schon wieder ins Hotel. Es war so kalt, damit hatte ich nicht gerechnet und meine Gewandung hielt mich nicht wirklich warm. So verpassten wir leider die Fackelshow mit Flixa Flamme und Jeremias zu Harfenklängen.

FAZIT: Ein kleiner, bunt gemischter Markt mit Freunden und viel Freude, gerne mehr davon. Das Konzept hat mich überzeugt und es hat so gut getan! Schon mal vormerken: es soll einen Charles Dickens Weihnachtsmarkt dort und an der Burg Hengebach noch in diesem Jahr geben. Hoffen wir, dass Corona es zulässt. Es wäre allen zu wünschen!

Weiter zurück in der Zeit – bei den Römern in der Saalburg, Taunus 22.07.2020

Nach einer erholsamen Nacht, in der ich sogar eine Eule rufen hörte, stärkten wir uns bei einem reichhaltigen Open Air Hochzeitstags-Frühstück. Da der gestrige Tag schon anstrengend gewesen war und sehr heiße Temperaturen angesagt waren, beschlossen wir, die lange Wanderung bzw. Radtour vom Hessenpark aus zu verkürzen und mit dem Auto zum Feldberg/Taunus zu fahren, um dort eine kleine Strecke zu laufen. Wir waren zeitig los und so war es auch kein Problem, einen schattigen Parkplatz zu finden. Etwa 4 km lang war der Rundweg und wir genossen die schöne Aussicht. Da der Weg teilweise nahe der Strasse entlang ging, sah man erst viele Rennradfahrer, die sich die Strasse hoch quälten. Dann wurden es immer mehr laute Motorräder. Aufgefallen ist uns auch ein BMW-Autofahrer mit Frankfurter Kennzeichen, der mindestens 6 Mal vorbeigefahren kam und auf dem Gipfel Fotos von sich machen liess. Wenn es ein Promi war – ich kannte ihn nicht. Dass es eine Falknerei am Feldberg gibt, wusste ich tatsächlich nicht, da ich mich ja auch nicht auf eine Tour dorthin vorbereitet hatte. (Falkenhof Grosser Feldberg, Eintritt für Erwachsene 5€). Leider hatten wir die Gesichtsmasken im Auto gelassen und hatten jetzt auch nicht so die Musse, dort reinzugehen, da wir ja eigentlich noch mehr Programm hatten. Wird aber sicherlich einmal nachgeholt. Der Blick vom Feldberg, zum Beispiel am Brunhildisfelsen, ist toll. Auch auf der anderen Seite des Berges, wo man die Skyline von Frankfurt und den Frankfurter Flughafen sehen kann. Leider hat auch dort unterhalb 600 m der Borkenkäfer und die Trockenheit viel Kahlschlag verursacht. Der Aussichtsturm am Feldberg war um diese Uhrzeit noch geschlossen.

Weiter ging es für uns zur Saalburg und wegen einer Strassensperrung sind wir einen blöden Umweg gefahren, den uns das Navi angezeigt hatte. So kamen wir am Opel-Zoo vorbei, den ich auch auf der Liste hatte, wo ich mich hätte aufhalten können, wenn mein Schatz geradelt wäre. Hier waren alle Parkplätze voll, und mir wurde bewusst, dass ich in Coronazeiten keine Orte besuchen möchte, die mit Menschenmassen gefüllt sind. Trotzdem gut für den Zoo, dass sie endlich wieder Einkünfte haben! Wir überlegten, wie es wohl an der Saalburg sein würde und beschlossen, nur rein zu gehen, wenn es nicht zu voll ist, den Hessenpark aber später nicht mehr anzusteuern. Wir fanden noch einen kostenlosen Parkplatz, bezahlten 14€ Eintritt und konnten uns in aller Ruhe die römischen Anlagen anschauen. In den Gebäuden musste man Maske tragen, im Aussengelände nicht. Dort begegnete man aber auch nur wenigen Menschen. In den Museumsräumen waren Handdesinfektionsmittel zur Verfügung, es gab Einbahnstraßen-Regelung und Begrenzungen der Personenzahlen in den Räumen. Alles eigentlich sehr vernünftig geregelt. Es lohnt sich, die interessanten Informationen über die Stationierung der Römer und deren Leben im Taunus zu erkunden. Sehr informativ und anschaulich erklärt. Im Restaurantbereich wurde alles sehr ordentlich und hygienisch abgewickelt. Durch das von uns verkürzte Programm waren wir dann schon am späten Nachmittag wieder zuhause, wir haben diese kurze Reise beide wirklich sehr genossen.

Raus aus dem Alltag – mit Abstand ein Genuss! Bad Homburg vor der Höhe, 21. Juli 2020

Eigentlich wollten wir im Rahmen des Bad Homburger Kultursommers ein schönes Konzert der Folkband Billow Wood geniessen und hatten daher schon früh im Jahr ein Zimmer im Taunus gebucht. Durch Corona kam es aber nicht dazu und die komplette Veranstaltungsreihe wurde abgesagt. Trotzdem hatten wir erst einmal das Hotelzimmer nicht storniert und fuhren nun auch ohne Kulturprogramm in den Taunus, Auf der Hinfahrt legten wir einen Stopp in Braunfels ein, wo wir uns kurz an der großartigen Burg, die 1246 erstmals urkundlich erwähnt wurde, umschauten und spazieren gingen. Ein wenig erinnerte mich die Burg an das Elsass und die dortige Hohkönigsburg/ Château du Haut-Koenigsbourg. Komischerweise ist der Ort gar nicht so weit von unserer Heimat entfernt, mir ist aber nie aufgefallen, dass dort ein Mittelaltermarkt oder ähnliches angeboten wurde. Gibt es aber, alleine wenn man auf google Earth schaut, sieht man dort auf den Satellitenbildern aufgebaute Zelte etc. Wir wollten an diesem morgen noch keine Burgführung mitmachen, das werden wir aber sicherlich ein anderes Mal wahrnehmen, denn die Gemäuer und deren Geschichte interessieren mich schon. Die Burg ist nun wieder für Besucher geöffnet, Führungen werden wohl in kleinen Gruppen angeboten. Für genauere Infos am besten vorher im Internet gucken. Parken kann man unter anderem direkt an der Burg oder gegen Gebühr auf dem Jahnplatz.

Braunfels im Lahn-Dillkreis, 21. / 22.07.2020

Unser Hotel war hervorragend auf Gäste in pandemischen Zeiten vorbereitet, wir fühlten uns direkt bei der Ankunft am Hardtwald dort sicher und sehr wohl. Mein Schatz hatte sich ein paar schöne Strecken zum Radeln ausgeguckt und freute sich auf eine ausgiebige Tour. Währenddessen nutzte ich die Zeit, mir Bad Homburg in Ruhe anzuschauen. Als Kind war ich einmal hier, es fehlen aber die Erinnerungen daran. Ich liess mir viel Zeit zum Fotografieren. Kurpark sowie Schloss und Schlosspark boten so viele herrliche Motive. So kam es dann auch, dass ich am Ende des Tages über 15 km zu Fuss unterwegs gewesen war. Zum Glück bot unser Hotel auch eine kleine Speisekarte an, so dass wir zum Essen nicht wieder auf Tour gehen mussten. Der Garten mit den kleinen Tischen (an denen wir morgens dann auch das Frühstück serviert bekamen) verbreitete so richtig Urlaubsfeeling. Nach einem Flammkuchen, Nudeln und Salat gingen wir noch ein paar Schritte durch den Wald, der an das Hotel grenzte. Ein schöner Tag war es, an dem mein Mann und auch ich viel gesehen haben.

Kurpark Bad Homburg vor der Höhe. Urlaub vor der Haustüre und doch außergewöhnlich.
Bad Homburg vor der Höhe, 21. Juli 2020

Jung Stilling Rundweg. Der Grund für diese Wanderung? Früh aufgestanden und schönes Wetter, Sonntag, 12.Juli 2020

Der Grund für die Überschrift? Ganz einfach: Diese Wanderung startet in dem kleinen Ort Grund bei Hilchenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein.

Irgendwie hatten wir nicht lange schlafen können und um dem Sonntag etwas Positives abzugewinnen, entschieden wir uns spontan, die kurze Auto-Fahrt nach Grund anzutreten, um dort den Jung Stilling Rundweg über etwa 10 km zu laufen. Wir hatten uns diesen schon vorher im Internet ausgeguckt und hofften auf einen schönen Vormittag. Uns war klar, dass es erst viel Bergauf gehen wird, etwa so wie beim Trödelsteinpfad. Etwa auf der Mitte sollte uns der Panoramablick auf der Ginsburg für diese Strapazen entschädigen. Wir suchten uns einen kleinen Parkplatz am Strassenrand in Grund, da an der Dorfkapelle nicht auf den ersten Blick zu erkennen war, wie man dort parken durfte. Schön fand ich den Hinweis an einem der Häuser, dass man bitte keine Zeitung oder Post in den Briefkasten werfen sollte, da sich darin ein Nest befand. So stand ein hübsches Körbchen darunter zwecks Postablage.

Jung Stilling Rundweg ab Grund, 12.07.2020

Es ging immer am J entlang, direkt vorbei an Jung Stillings Geburtshaus. Der begnadete Mediziner wurde berühmt für seine mit einfachsten Mitteln durchgeführten Augenoperationen, die viele Menschen damals vorm Erblinden retteten. In Siegen ist auch ein Krankenhaus nach ihm benannt.

Die Schafe zur linken meckerten, als wir vorbei gingen, fast als wollten sie sagen: ‚schon wieder Städter, die unsere Sonntagsruhe stören!‘ Es ging bergauf bis zu einer Kuhweide, wo unser Navi dann anzeigte, dass wir quer über diese Weide laufen sollten. Das machten wir natürlich nicht, fanden dann auch die passende Beschilderung und weiter ging der ausgewiesene Weg bergauf. Anfangs kamen wir nicht ganz mit den Schildern klar, an einer Stelle schienen diese verdreht zu sein und es gabelten sich einige Wege, wo wir erst einmal schauen mussten, wie es weitergeht. An der Dorfkapelle gibt es übrigens eine Schautafel plus kleine Flyer zum Mitnehmen, auf denen die Route auch beschrieben ist.

Die Wege waren sehr breit, hauptsächlich Wege, die auch mit Fahrzeugen hätten befahren werden können. Man merkt an den Fahrspuren, dass die Wälder nun oft befahren werden wegen der vielen Fällarbeiten der vom Borkenkäfer befallenen Fichten, die es auch hier in Massen gibt. Je höher man kam, desto öfter hörte man die Strasse und die Motorräder. So mussten wir dann die vielbefahrene Kronprinzeneiche überqueren, um dort über einen schönen Waldweg in Richtung Ginsberger Heide zu gehen. Der Weg durch herrlich grünen Wald tat gut (Bildmitte oben), wenn auch man dort die Strasse hören konnte. An der Ginsberger Heide ging es links weiter Richtung Ginsburg. Da es noch zeitig war, konnten wir den Turm der Ginsburg erklimmen, ohne dass es dort wegen Corona-Beschränkungen zu eng geworden wäre. Die Stufen sind aus Waschbeton, dadurch nicht schwierig zu laufen. Es wird um eine kleine Spende für die Erhaltung der Burg gebeten. Oben angekommen hat man einen fantastischen Rundblick über den ganzen Kreis bis zum Westerwald und bei guter Fernsicht bis zur Eifel. Man glaubt es kaum, denn unten an dem Turm sieht man vor lauter Bäumen nichts! Also, wenn es Gesundheit und Corona zulassen unbedingt die Stufen auf sich nehmen und hoch gehen! Für einen Euro ein günstiges Vergnügen! Von nun an ging es hauptsächlich bergab, vorbei am Zollposten und dem Bahnhof Vormwald über einen schmalen Weg teils mit Abstand parallel zu den Schienen der Rothaarbahn. Dort waren auch viele Bäume gefällt worden, die teilweise dort lagerten und mit dem Hinweis versehen waren, dass diese Stämme mit Pflanzenschutzmitteln behandelt waren. Wir mussten die Schienen queren und kurz darauf kam auch die Bahn den Berg hoch, passend für ein Foto.

Nach einigen sehr breiten, leicht geschotterten Wegen kam eine schmale Abzweigung nach links. Hier war die Beschilderung top! Schöne Wiesen folgten und nach ein paar Bögen am Wald entlang führte der Weg zu einem Kneippschen Wassertretbecken. Weiter ging es auf einem Stück schlecht geteertem Radweg, bis wir kurz vor der Strasse wieder in den Wald einbogen, um dann im Örtchen Grund herauszukommen.

FAZIT: Der Weg war nicht sehr anspruchsvoll, wir waren durch Fotografieren und Verweilen an der Ginsburg zwar fast 3 Stunden unterwegs, hatten aber ausser dem Panoramablick keine Highlights auf dieser Wanderung, Es war sehr einsam im Wald (und trotzdem durch die manchmal in der Nähe verlaufenden Straßen laut), nur an der Ginsburg durch die dortige Möglichkeit zur Einkehr (es gibt lecker Kuchen!) war mehr Betrieb. Diese kann man aber auch durch die Parkmöglichkeiten an der Ginsberger Heide, auf der Lützel oder mit der Bahn schneller erreichen.

Wenn ein Naturpfad zum Weltende führt, Wanderung am Sonntag, 28. Juni 2020

Die letzte Wanderung hatte uns gut getan und so wollten wir wieder eine schöne Strecke ausprobieren, die uns im Freundeskreis empfohlen wurde. Wir mussten erst ein gutes Stück mit dem Auto fahren, um dann auf dem Wanderparkplatz Stein-Wingert im Westerwald mit dem Naturpfad Weltende zu starten. Da für den Mittag eine Wetterverschlechterung gemeldet war, starteten wir schon gegen 9 Uhr mit unserer Tour, die über etwa 8 km gehen würde. Kurz vor dem Start bemerkte mein Mann, dass er das Navi/Garmin zu Hause vergessen hatte. Wir konnten aber über das Handy die Seite finden, wo unsere Route beschrieben wurde.

Es ging direkt bergauf, da wir entschieden hatten, die Strecke entgegen der empfohlenen Richtung zu laufen. Da es ja ein Rundweg ist, macht das eigentlich nicht viel aus. Es ging nach einem kurzen Stück an der kleinen Strasse in einen wunderschönen Wald hinein. Eine Hinweistafel beschrieb die dort befindliche keltische Fliehburg. Wir merkten aber dann, dass der Hauptweg, über den wir weiterliefen von unserem Zielweg abkam. Irgendwo mussten wir eine Abzweigung übersehen haben. Also ein Stück des Weges zurück, die Strasse queren und dann entlang der kleinen Strasse Richtung Ahlburg, wo auch noch ein kleiner Wanderparkplatz war. Auf den Wiesen sahen wir einen Feldhasen und ein Reh, auch eine Kuhweide war dort. Vor den Häusern ging es unterhalb der Wiesen rechts zu einer kleinen Brücke über die Nister. Dort liefen wir eine ganze Weile an der Nister zu unserer linken und steilem, felsigen Hang rechts von uns weiter. Vielleicht hätten wir uns den Abstecher durch Flögert zur Helmerother Mühle noch gönnen sollen. Dort führt eine schöne Hängebrücke über die Nister.

Zwischen Wanderparkplatz Stein-Wingert und der Nisterbrücke bei Ahlburg/Flögert. Steht kurz vorm Weltende die Erde schon Kopf?

Wir liefen am Saum der Wiesen, die noch relativ frisch gemäht waren, an der Nister weiter (Vorsicht Bremsen im Anflug), bis wir an die Nister-Steinüberquerung kamen, die direkt zum Weltende führt. An der Böschung wuchsen ein paar Herkulesstauden, die ja schon toll anzusehen, aber GEFÄHRLICH sind! Wir haben die Nister aber nicht wirklich überquert, sondern blieben auf der bisherigen Seite. Hätten wir unser Navi nicht gehabt, hätten wir den Eingang zum Naturpfad nicht wiedergefunden, da er sehr zugewachsen war. Aber mein Schatz bestand darauf, dass es dort weitergehen müsste und er sollte recht behalten. Ein Stückchen weiter ging ein wunderschöner Weg den Berg hinauf und brachte uns zu einer Sitzecke mit Ausblick, wo wir erst einmal Rast machten. Etwa die Hälfte des Weges war nun geschafft. Dort begegneten uns auch zum ersten Mal andere Wanderer.

Am Weltende. Auf den Steinen über die Nister

Nun wurde es spannend. Es ging auf den Westerwaldsteig, der mit einer Warnung versehen war, dass es nun eng und felsig würde. Man solle sich an die Corona-Abstandsregeln halten und auf sicheren Tritt und dementsprechend passendes Schuhwerk achten. Und es wurde klasse. Hoch und runter, teils geführt an Drahtseilen, die in den Fels gespannt waren, mit Alpineisen als Stufen ging es oberhalb des Flusslaufes weiter. Ich bin da ehrlich gesagt noch sehr ungeübt, habe aber alles gemeistert zur Freude meines Mannes, der solche Herausforderungen liebt. Wieder unten angekommen, hatten wir etwa zwei Drittel des Rund-Weges geschafft. Nun ging es noch einmal über die Nister und dann leicht ansteigend durch leider abgestorbene Fichtenwälder und schneller als erwartet zurück zum Wanderparkplatz. Dieser war inzwischen voll geworden und uns kamen auch einige Familien, Wanderer und Spaziergänger entgegen.

7,7 km waren es für uns geworden. Die Idee abschließend zum Kloster Marienthal, das etwa 10 km entfernt ist, zu fahren, um dort einzukehren, ist sicherlich nicht schlecht. Allerdings waren wir zu früh und nach einem kurzen Umschauen dort, sind wir dann nach Hause gefahren, um uns dort eine Mittagspause zu gönnen.

FAZIT: Mir hat diese Strecke sehr gut gefallen, abwechslungsreich, nicht nur erst bergauf, dann wieder runter, sondern alles gut dosiert. Man kann die Tour sehr gut variieren. Die Beschilderung war gut, an manchen Stellen hätte sie besser sein können. Mit Navi aber ohne Probleme erlaufbar. Einige Schautafeln auf dem Weg gaben gute Informationen.

Wenn man nach Naturpfad Weltende im Internet sucht, bekommt man eigentlich gute Infos. Es war gut, dass es nicht matschig war und die Nister nicht zu viel Wasser hatte. Ansonsten könnte es gerade an dem Klettersteigteil und an der Steinquerung schwierig werden. Und vielleicht ein Insektenschutz-Mittel mitnehmen…

Würzburg, endlich wieder alte Gemäuer und Historisches entdecken, auch ohne Markt, 30. und 31. Mai 2020

Nach all dem Zuhause-Hocken war es nun endlich möglich, eine Übernachtung in Bayern „für touristische Zwecke“ zu buchen. Unser Großer war während der akuten Corona-Phase nach Würzburg umgezogen und wir konnten ihn nicht besuchen fahren, was mir sehr leid tat. Zu Pfingsten gab es die ersten Lockerungen und wir buchten eine Übernachtung in Lindleinsmühle. Es gab noch ein paar Dinge in der neuen Wohnung zu installieren, danach konnten wir uns aber auf eine ausgiebige Entdeckungsrunde durch die Innenstadt machen. Das Wetter war gut, ebenso die Stimmung! Das Residenzschloss war schnell erreicht und wir staunten sehr über die gepflegten Aussenanlagen. Wunderschöne Blumenbeete, akkurat geschnittene Hecken und Bäume und trotzdem kaum Menschen unterwegs.

Weiter ging es über den Ringpark in Richtung Main. Die Ludwigsbrücke mit den imposanten Löwenskulpturen gab schöne Fotomotive her, es war aber recht voll mit Radlern, Autos und Fußgängern. Wir wollten uns in einem Biergarten stärken, der mit einem tollen Blick über Würzburg lockte, nachdem wir über die Sebastianssteige schon einen anspruchsvollen Treppenaufgang meistern mussten. Den Rückweg wählten wir in Richtung Käppele, wo wir den Kreuzweg bis zu der kleinen Kirche gingen. Weiter ging es durch den Ringpark zurück. Unglaublich, wieviele Kirchtürme man in der Innenstadt Würzburgs ausmachen kann. Überhaupt war ich positiv überrascht von den schönen Häusern und den vielen Weinbergen rundherum.

Würzburg, 30. Mai 2020
Würzburg, 30. Mai 2020

Den Sonntag nutzten wir für einen Spaziergang zur Festung Marienberg. Diesen kann man gut über das schöne ehemalige Landesgartenschau-Gelände am Fuss der Festung machen. Ein hübscher japanischer Garten, ein Rosengarten und vieles mehr lockten nicht nur die Bienen hinaus an die frische Luft. So hatten Hunderte andere auch die gleiche Idee und es war für Corona-Zeiten recht voll auf den Wegen und in der Festung. Turmfalken flogen über dem Innenhof und Fotomotive gab es an jeder Ecke. Burgführungen etc. sind noch nicht gestattet und mit dem Abstand halten nahm es leider auch nicht jeder Besucher so genau. Trotzdem ist dies ein Ort, den ich gerne nocheinmal besuchen möchte. Die Wälle, Zuwege und Festungsmauern erinnerten mich ein wenig an die Ehrenbreitstein bei Koblenz. Wieder unten am Main angekommen ging es über die alte Mainbrücke, wo (viel zu) viele Menschen für ein Glas Wein auf der Brücke verweilten. Wieder zurück durch die Innenstadt und den Ringpark ging es am späten Nachmittag schon wieder nach Hause. Aber wir kommen wieder!

Festung Marienberg, Würzburg, 31.Mai 2020

Wir wandern auf dem Trödelsteinpfad, unterwegs am 12. Juni 2020

Impressionen Trödelsteinpfad, 12.Juni 2020

Der Trödelsteinpfad gehört zu den Premiumwegen des Deutschen Wandersiegels und ist eine sogenannte ROTHAARSTEIG-Spur. In Ermangelung von Mittelaltermärkten und auf der Suche nach Ruhe und Orten, an denen man nur wenige Menschen trifft, begaben wir uns an diesem Brücken-Freitag nach Fronleichnam auf die angeblich 10,2 km lange, mittelschwere Wanderung in der Nähe Burbachs im Kreis Siegen-Wittgenstein. Das Wetter war herrlich und die Anreise mit dem Auto etwa 30 min. lang. Wir stellten das Auto in der Nähe des Einstiegs zum Trödelsteinpfad in Wahlbach ab und entschieden, den Rundweg im Uhrzeigersinn zu laufen, was sich als weise Entscheidung entpuppte. Es ging gemütlich an der Buchheller entlang, wo schon die ersten schönen Fotos gemacht werden konnten. Danach führte der Pfad recht steil bergauf (wo ich froh war, dass wir das nicht abwärts laufen mussten). Man kam schon ins Schnaufen, aber hetzen musste wir uns ja nicht. Es stimmt schon traurig zu sehen, wieviele Bäume dem Borkenkäfer zum Opfer fallen, man hörte auch in der Ferne die Motorsägen. Der Weg ist gut ausgeschildert, bis auf die Stelle an der kleinen Straße Richtung Kapelle Eben-Ezer, da waren wir 20 m zu früh auf die breiteren Wege abgebogen, der schmalere Pfad führte aber an der Schautafel am Straßenrand in den Wald. Es macht Spaß, fernab der breiten Wege über Stock und Stein zu wandern. Man sieht mehr und es fühlt sich einfach angenehmer an als auf den breiten, teils geschotterten Wegen zu laufen. Vorbei an der Schutzhütte Buchhellertal, dem kleinen Stollen-Eingang mit Lore und der Halde dort, geht es immer weiter bergauf, bis man bei den Trödelsteinen ankommt. Auf 613 m ü.N. liegen die Basaltsteine vulkanischen Ursprungs, ein Gipfelkreuz samt Gipfelbuch kann man an der höchstens Stelle bewundern. Ein toller Blick ins Grüne belohnt für das Klettern. Weiter ging es dann ersteinmal auf breiteren Wegen. Eine Umleitung gab es auch, da durch weitreichende Baumfällungen der eigentliche Weg nicht nutzbar war. Aber zu Beginn des „Abstiegs“ konnte man wieder über wunderschöne Waldwege weiterlaufen. Alte knorrige Bäume, das ein oder andere Reh und viel Jung-Vogelgezwitscher bereicherten das Waldbaden. Durch das Naturschutzgebiet Saukaute ging es gemütlich leicht absteigend zurück in Richtung Wahlbach. Nur das letzte Stück kurz vor dem Wohngebiet war dann wieder steil. Interessant war, dass man im Wald immer wieder durch Steinfelder lief, die wie aus dem Nichts auftauchten. Unser Garmin zeigte am Ende 9,7 km, wir waren aber doch recht ‚knülle‘, als wir wieder am Auto waren. Etwa drei Stunden waren wir unterwegs. Es gab einige Wanderer (und sogar Nachbarn) unterwegs, es war aber sehr ruhig und man musste mal nicht an Corona und Vorsichtsmaßnahmen denken…. Es war eine sehr gut ausgeschilderte Tour, die mir richtig gut gefallen hat! Auch ohne Navi, Garmin oder Komoot findet man sich durch die gute Beschilderung zurecht, wenn man den schwarzen Schildchen oder den übergroßen Trödelsteinpfad-Schildern folgt. Da hatte ich am Rheinsteig schon eher mal überlegen müssen, wie es weitergeht.

Trödelsteine bei Burbach, 12. Juni 2020